Produktionsjahre und Karosserievarianten:

Die E39-Baureihe wurde von Juni 1995 bis Mai 2004 produziert (offizieller Verkaufsstart in Europa im Herbst 1995). Modelljahr 1996 gilt als erstes. Es wurden folgende Karosserievarianten hergestellt:

  • Limousine (4 Türen): Das Basismodell, zuerst präsentiert.
  • Touring (Kombi): Eingeführt 1997. Unterschied sich durch ein intelligentes System zur Öffnung der Hecktür (die Heckscheibe konnte separat hochgeklappt werden) und einen nahezu ebenen Kofferraumboden bei umgeklappter Rücksitzbank.
  • Langversion Limousine (L7): Eine limitierte Serie für Sonderbestellungen, hauptsächlich für den asiatischen Markt, mit verlängerter Radstand. In Europa äußerst selten.

 

Technische Daten (wichtige Motoren für Europa):

Der E39 war für seine breite Motorenpalette bekannt. Alle Modelle außer dem 540i und M5 wurden anfänglich mit Reihensechszylindermotoren ausgestattet.

  • Benziner:
    • 520i (2.0 l, 150 PS) – die Basis, aber für die Karosserie eher schwach.
    • 523i (2.5 l, 170 PS), 525i (2.5 l, 192 PS), 528i (2.8 l, 193/200 PS) – die ausgewogensten und populärsten.
    • 530i (3.0 l, 231 PS) – der leistungsstarke Sechszylinder.
    • 535i (3.5 l V8, 245 PS) – nur für frühe Modelle (bis 1998).
    • 540i (4.4 l V8, 286/300 PS) – das Flaggschiff vor dem Erscheinen des M5.
    • M5 (4.9 l V8, 400 PS) – vorgestellt 1998. Die legendäre Sportlimousine mit Saugmotor von BMW M.
  • Diesel (in Europa sehr populär):
    • 520d (2.0 l, 136 PS) – mit Common-Rail-Einspritzung (nach dem Facelift).
    • 525d (2.5 l, 163 PS) und 530d (3.0 l, 184/193 PS) – Turbodiesel, die Wirtschaftlichkeit und hohes Drehmoment vereinen.

 

Kennzeichnung der Stoßstangen-Kunststoffe: >PP+EPDM-TX20<


Wie entfernt man die Frontstoßstange

  1. In den Radhäusern dreht man drei Schrauben auf der linken und drei auf der rechten Seite heraus, die die Radlaufverkleidungen mit der Stoßstange verbinden.
  2. Auf der linken und rechten Seite der Stoßstange löst man vier Clips und entfernt die Ziergitter.
  3. Hinter den Gittern schraubt man zwei lange Bolzen heraus, die den Stoßstangenträger mit den Aufnahmewinkeln verbinden.
  4. Mit einem Helfer zieht man die Stoßstange gleichmäßig von den Führungsschienen in den Kotflügeln nach vorne ab.
  5. Die Stecker der Nebelscheinwerfer und (falls verbaut) die Schläuche der Scheinwerferwaschanlage trennen.

Befestigungspunkte der vorderen Stoßstange des BMW 5er E39

BMW 5er E39 Frontstoßstange – Montageplan


Wie entfernt man die Hecksstoßstange

  1. In den Radhäusern dreht man drei Schrauben auf der linken und drei auf der rechten Seite heraus (statt Schrauben können Clips sein), die die Radlaufverkleidungen mit der Stoßstange verbinden.
  2. Die Heckklappe öffnen.
  3. Die Verkleidungen im Kofferraum entfernen, um Zugang zu den Muttern zu erhalten.
  4. Hinter den Verkleidungen sechs Muttern abschrauben, die die Aufnahmewinkel des Stoßstangenträgers mit der Heckwand verbinden.
  5. Mit einem Helfer zieht man die Stoßstange gleichmäßig von den Führungsschienen in den Kotflügeln nach hinten ab.
  6. Bei Einparkhilfe die Stecker der Sensoren trennen.

Befestigungspunkte der hinteren Stoßstange des BMW 5er E39

BMW 5er E39 Heckstoßstangen-Befestigungsdiagramm


Interessante Fakten zum Modell:

  • Technologischer Durchbruch: Der E39 war die erste 5er-Reihe mit komplett aus Aluminium gefertigter Aufhängung (vorne und hinten), was die ungefederten Massen radikal reduzierte.
  • Schlüssel mit Display: Als Option war ein multifunktionaler Schlüssel mit kleinem LCD-Bildschirm erhältlich, der Fahrzeugdaten anzeigte – für die Zeit eine futuristische Technologie.
  • Film-Ikone: Das Auto wurde berühmt durch seine Rolle in "Transporter" (E39 Limousine, Baujahr 2001) und als Fahrzeug des Agenten Fox in "Matrix" (M5 E39).
  • Der letzte "reine" M5: Der M5 E39 ist das letzte Modell, das vollständig von der BMW M GmbH entwickelt wurde, bevor die Integration in die Hauptproduktion vertieft wurde. Er ist außerdem der einzige M5 mit einem Saug-V8 und einem 6-Gang-Schaltgetriebe.

 

Stärken:

  • Idealisiertes Fahrverhalten und Feedback: Der Goldstandard in seiner Klasse. Präzises, direktes Lenkgefühl (zunächst Zahnstangenlenkung mit Hydraulik, später Active Steering bei einigen Modellen) und ausgewogenes Fahrwerk.
  • Hochwertige Materialien im Innenraum: Langlebige Leder, hochwertige Kunststoffe, Holzapplikationen. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch.
  • Zuverlässige Reihensechszylindermotoren (M52, M54): Zeigen bei rechtzeitiger Wartung eine enorme Laufleistung.
  • Geräumige und praktische Touring-Variante mit nahezu idealer Gewichtsverteilung.

Schwächen und typische Probleme:

  • Anfälligkeit für Rost: Im Vergleich zu japanischen Konkurrenten sind die Karossen des E39, besonders früher Baujahre, anfällig für Rost (Radhäuser, Schweller, Heckklappe).
  • Schwache Stellen im Kühlsystem: Kunststoffrohre, Ausgleichsbehälter und Kühler bei Benzinmotoren sind Schwachstellen. Erfordern vorbeugenden Austausch.
  • Elektronikprobleme (bei hoch ausgestatteten Versionen): Die Klimaautomatik (IHKA), Parksensoren, elektronische Steuergeräte in den Türen können ausfallen.
  • Verschleiß an Lenkung und Vorderachse: Kugelgelenke, Gummilager der Querlenker benötigen nach 150.000 - 200.000 km Aufmerksamkeit.